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Catch, Release & Fische beatmen

Nun kommt es gerade im Sommer vor, dass gefangene Fische an Land besonders aktiv sind und das Zurücksetzen auch mal eine Minute länger dauern kann. Setzt man den Fisch dann zurück schwimmt er häufig nicht sofort davon und als besorgter Angler leitet man „Erste-Hilfe-Maßnahmen“ ein. Dabei wird der Fisch häufig vor-und-zurück bewegt, um so Wasser durch seine Kiemen zu spülen. Doch macht das überhaupt Sinn?

Eine Studie von Brownscombe und Mitarbeitern (2017) hat nun gezeigt, dass die „unterstützen Beatmungstechniken“ keinen signifikanten Einfluss auf die Zeit hatten, die die Fische gebraucht haben um wieder selbstständig wegschwimmen zu können. Getestet wurde das ganze an Forellenbarschen und Bachsaiblingen. Die Fische wurden gefangen und so lange an der Luft gehalten, bis sie nicht mehr in der Lage waren selbständig ihr Gleichgewicht zu halten. Dann wurde ein Teil der Fische einfach aufrecht im Wasser gehalten, ein Teil wurde konstant vorwärts durch das Wasser bewegt und ein Teil wurde vor-und-zurück im Wasser bewegt. Das vor-und-zurück Bewegen wird häufig von Anglern durchgeführt, weil vermutet wird, dass sich der Fisch so schneller erholen kann. Die Fische in der Studie wurden anschließend 24 Stunden gehältert um mögliche Spätfolgen erfassen zu können.

Kein Fisch ist in diesem Versuch gestorben! Allerdings zeigte sich auch, dass das vor-und-zurück Bewegen der Fische keinen signifikanten Einfluss auf die Erholungszeit der Fische hatte. Bei den Saiblingen zeigte sich ein Trend dahingehend, dass sich die im Wasser vor-und-zurück bewegten Fische schneller erholten, allerdings waren die Unterschiede zwischen den Gruppen nicht statistisch bedeutend. Interessant ist jedoch, dass sich Saiblinge sehr lange Zeit nachdem sie die Hand des Anglers selbstständig verlassen hatten, relativ reglos auf dem Boden aufhielten. In freier Wildbahn könnte dieses Verhalten schnell von Räubern ausgenutzt werden.

Abschließen lässt sich auch hier wieder festhalten, dass es einfach das Beste ist Fische die man nicht Verwerten kann/möchte so schnell wie möglich zurückzusetzen. Auch wenn keiner der Fische in der Studie gestorben ist, würden in freier Wildbahn vermutlich viele Fische Räubern zum Opfer fallen, weil sie nicht in der Lage sind adäquate Fluchtreaktionen zu zeigen.

 

Literatur:

  • Brownscombe, J. W., Parmar, T. P., Almeida, J., Giesbrecht, E., Batson, J., Chen, X., et al. (2017). The efficacy of assisted ventilation techniques for facilitating the recovery of fish that are exhausted from simulated angling stress. Fisheries Research, 186, 619-624. doi:10.1016/j.fishres.2016.04.017

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