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Welche Farben sehen Fische?

Welche Farben sehen Fische? – Die Grundlagen

„Welche Farben sehen Fische?“, diese Frage stellt sich jeder Angler regelmäßig, spätestens wenn er vor der Köderwand im Angelladen steht. Zunächst einmal müssen wir ein bisschen verstehen, was Licht überhaupt ist. Dieses Wissen widerum gibt uns die Möglichkeit zu verstehen, wie Farben unter Wasser wirken. Dann kommt ein bisschen Biologie, genauer Evolution, dazu und schon wird die Köderwand im Angelladen ziemlich übersichtlich.Na gut, ganz so einfach ist es nicht, denn die Frage: „Welche Farben sehen Fische?“, müssen wir Artspezifisch betrachten. Genau das habe ich getan, für den Hecht und für den Zander.

Welche Farben sehen wir? – Welche Farben sehen Fische?

Licht besteht aus elektromagnetischer Strahlung, welche für den Menschen in Wellenlängen zwischen 380 – 780 Nanometer (nm) sichtbar ist. Mit zunehmender Wassertiefe werden längere Wellenlängen, wie z.B. Rottöne sehr schnell absorbiert und sind somit nicht mehr wahrnehmbar. Blautöne hingegen sind auch noch in großer Tiefe erkennbar. Die Angelgeräteindustrie vertreibt daher gern rote Schnüre und Vorfachmaterialien, da diese Farbe bereits in oberen Wasserschichten absorbiert wird und somit weniger sichtbar ist, was wiederum bessere Fänge verspricht. Aber Vorsicht! Natürlich tendieren wir dazu, unser Sehvermögen mit dem der Fische gleichzusetzen. Das ist aber nur bedingt richtig und Farbe ist nicht alles!

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Für den Menschen sichtbares Spektrum der elektromagnetischen Strahlung.

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Welche Farben könnten Fische sehen?

Die Anzahl an Farben, die Fische wahrnehmen können, kann um ein vielfaches größer sein als beim Menschen. Das beruht darauf, dass viele Fische Tetrachromat sind und vier verschiedene Arten von Zapfen (Zapfenzelle, Neuron coniferum) in der Netzhaut haben, was ihnen ermöglicht etwa 100 Millionen Farben unterscheiden zu können [1]. Das menschliche Auge ist Trichromat und besitzt drei verschiedene Arten von Zapfen, was uns die Unterscheidung von circa 1 Million Farben ermöglicht. Um das Ganze zu relativieren: Marine Säuger (monochromatisch) sind in der Lage circa 100 Farben wahrzunehmen, wobei Tauben (pentachromatisch) etwa 10 Milliarden Farben unterscheiden können.

Nur weil ich es kann?

Es ist aber wichtig zu verstehen, dass dies extrem Werte sind. Unsere heimischen Süßwasserräuber sehen meist nur in ganz bestimmten Bereichen sehr gut. Welche das sind, lest ihr in den speziellen Artikeln. Wie sich die Trübung eines Gewässers auf die Farbwahrnehmung auswirkt, und  warum Trübung nicht gleich Trübung ist, lest ihr weiter unten.

Uli Beyer – Etwas fehlt!

Wenn es um die Frage geht: „Welche Farben sehen Fische?“, hat eines der bekanntesten Videos mit Sicherheit Uli Beyer heruasgebracht. Sehr ausführlich wird in dem Video das „Verhalten“ von Farben unter Wasser erklärt. Meiner Meinung nach fehlen allerdings zwei wichtige Aspekte.

Den Ersten habe ich oben bereits genannt, die Farbwahrnehmung von Fischen und Menschen ist völlig unterschiedlich. Daher bringt es uns wenig zu wissen, wie wir Farben in der Tiefe wahrnehmen, wir müssen wissen, wie Fische diese Farben sehen können! Für einige Fischarten (Hecht, Zander und Barsch) habe ich das im Detail für euch aufgedröselt.

Ein zweiter wichtiger Aspekt, ist aber die Trübung des Gewässers. Ein serh praktischer Aspekt wie ich finde. Wie die Trübung den Licheinfall und damit die Farbwahrnehmung beeinflusst, lest ihr im folgenden Abschnitt.

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Welche Farben sehen Fische? Trübes gegen klares Wasser

Die kleine Grafik über diesem Paragraphen stammt aus einer finnischen Studie [2]. Sie zeigt, wie drastisch sich die Menge des einfallenden Lichtes und damit, die mögliche Farbwahrnehmung von Fischen, zwischen einem trüben und einem klarem See unterscheiden können. Der trübe See ist in dem Fall durch die roten Punkte gekennzeichnet, der klare durch die grünen Punkte. Man sieht deutlich, dass die Menge des einfallenden Lichtes in beiden Seen mit steigender Tiefe kontinuierlich abnimmt. Spannend ist, dass im trüben See in 4 Metern Tiefe nur noch die Lichtmenge ankommt, die im klaren See bei 10 Metern noch ankommt! Das sind drastische Unterschiede, mit Konsequenzen für unsere Köderwahl!

Was heißt trüb und klar genau?

Die Sichttiefe eines Gewässers wird im Normalfall mit der sogenannten Secchi-Scheibe gemessen. Die Secchi-Scheibe ist nichts anderes als eine runde Scheibe, die abwechselnd schwarz und weiß bemalt ist. Diese Scheibe wird an einem Seil vom Boot herabgelassen und die Tiefe, in der man die Scheibe nicht mehr erkennen kann, ist dann die Secchi-Tiefe dieses Gewässers. Näherungsweise kann man die Secchi-Tiefe auch einfach mit einem weißen Gummifisch bestimmen. In der oben genannten Studie, hatte der klare See eine Secchi-Tiefe von mehr als 2 Meter und der trübe See von weniger als 0,7 Meter. Das nur als Orientierung für euch.

 

Literatur:

  • Guthrie, D. (1983). Visual central processes in fish behavior Advances in vertebrate neuroethology (pp. 381-412): Springer.
  • Jokela‐Määttä, M., Viljanen, M., Nevala, N., Donner, K., & Brönmark, C. (2019). Photoreceptors and eyes of pikeperch Sander lucioperca, pike Esox lucius, perch Perca fluviatilis and roach Rutilus rutilus from a clear and a brown lake. Journal of fish biology, 95(1), 200-213.

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